Mein Kommentar in der „Welt“ zur „Ankunft der Luxus-Leninistin“

Wer hätte gedacht, dass ich 20 Jahre nach Abfassung meines Buches „Marxismus – Opium für das Volk“ als Abgesang auf die DDR (die Texte selbst erschienen früher und kursierten in der DDR, die ich jährlich zu Pastorenschulungen besuchte) von einer großen Tageszeitung gebeten werde, Leben und Werk einer waschechten Vertreterin der reinen marxistischen Lehre zu kommentieren, die in Kürze im Bundestag unser Land mitregieren wird. Mit meinen Büchern „Säkulare Religionen“ und „Hitlers Kriegsreligion“ und vielen Artikeln hielt ich meine Beschäftigung mit den Formen säkularer Religionen und speziell des Marxismus zum Glück über die Jahre warm, wohl wissend, dass der Marxismus als Ideologie 1989 nicht unterging, sondern nur nicht mehr als Zwangs- und Staatsreligion so verbreitet ist.
Hier mein Kommentar:

Ein seltener roter Glaube
Thomas Schirrmacher, Religionssoziologe und Theologe: „Am liebsten würde ich um Frau Wagenknecht einen Glaskasten bauen und sie ins Museum stellen. So ein tiefroter Glaube ist heutzutage eine Rarität, daher finde ich ihre innerweltliche Religiosität geradezu charmant. Ihre Predigt bietet sämtliche Funktionen einer Religion: Sie stiftet der Geschichte einen Sinn – vom anfänglichen Sündenfall (der Entwicklung des Besitzdenkens) bis zum innerweltlichen Paradies am Ende der Zeit (also in der klassenlosen Gesellschaft). Sie verheißt eine ganz andere, ungleich schönere Zukunft, in der die Menschheit erlöst sein wird vom Fluch des Besitzdenkens. Und diese Verheißung motiviert, gibt Halt und tröstet angesichts einer Welt voller Leid.“

Der Artikel zu Sahara Wagenknecht und alle anderen Kommentare finden sich hier (Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung): main.pdf.

 

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