Da gab es 22 Fassungen meines Gutachtens zur EKD-Orientierungshilfe, und trotzdem kommen mir die besten Ideen erst jetzt …

Hier ein Beispiel: Wohin die Logik der EKD-Orientierungshilfe zur Familie führt, zeigt sehr schön das Beispiel von Krieg und Bürgerkrieg, insbesondere, da die EKD dazu dezidiert eine etwas andere moralische Position vertritt als die bisherigen Bundesregierungen oder die Mehrheitsbevölkerung, also gerade das Gegenteil von dem fordert, was sie in der Orientierungshilfe zur Familie fordert, sich nämlich von einem christlich-ethischen Standpunkt aus nötigenfalls der ganzen Gesellschaft entgegenzustellen.

Also hier die drei Argumentationsschritte der Orientierungshilfe auf Krieg & Frieden angewendet:

  1. Krieg und Bürgerkrieg waren immer schon Teil der Realität, sind es gegenwärtig und werden es voraussichtlich immer bleiben. Diese Realität gilt es endlich positiv zu würdigen und nicht fundamentalistisch zu bekämpfen. Krieg und Bürgerkrieg nehmen sogar weiter zu, offensichtlich besteht hier ein echter Bedarf. (Achtung: Ironie!)
  2. Die Bibel beschreibt die Realität von Krieg, Bürgerkrieg, Mord und Totschlag in vielerlei Facetten und als Teil der Realpolitik dieser Welt. Also müssen wir das ebenso alles als bunte Palette der Wirklichkeit akzeptierten. So sind Menschen eben! Und nirgends wird in der Bibel ausdrücklich gesagt, dass es verboten sei, Militär, Polizei, Milizen, Terrormethoden und Heckenschützen einzusetzen. (Achtung: Ironie!)
  3. Deswegen müssen wir aufhören, Frieden als alleiniges Ziel der Politik anzusehen und alle anderen Zustände einer Gesellschaft als gleichwertig anerkennen. Wir dürfen nicht von einem positiven Ideal – dem Frieden – ausgehend alle anderen Verhältnisse beurteilen und dabei viele an Krieg und Bürgerkrieg beteiligten Menschen pauschal verurteilen! (Achtung: Ironie!)
 

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